
Ein tragbarer Generator ist ein leistungsstarkes Gerät für die Notfallvorsorge. Er liefert unverzichtbaren Strom bei einem Stromausfall, versorgt einen abgelegenen Arbeitsplatz oder sorgt für mehr Komfort beim Camping. Bei unsachgemäßer Verwendung kann es jedoch zu schweren Verletzungen, einer Kohlenmonoxidvergiftung oder sogar zum Tod kommen.
Dieser umfassende Ratgeber erklärt den gesamten Ablauf der Verwendung eines tragbaren Generators – von den Vorbereitungen vor der Inbetriebnahme bis zum sicheren Abschalten und Einlagern. Wir behandeln wichtige Sicherheitsrichtlinien, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Starten und den effizienten Umgang mit Ihrem Strombedarf. Sorgen wir dafür, dass Sie zuverlässig mit Strom versorgt und geschützt sind.
Vor der Inbetriebnahme: Bevor Sie den Generator starten
Bevor Sie am Starterseil ziehen, ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend. Eine überstürzte Vorbereitung ist die häufigste Ursache für Bedienfehler und Unfälle.
Lesen Sie das Handbuch!

Das mag selbstverständlich klingen, wird aber am häufigsten übersprungen. Das Handbuch Ihres Generators ist Ihr wichtigstes Hilfsmittel. Jedes Modell und jeder Hersteller hat eigene Funktionen, technische Daten und Wartungsintervalle. Das Handbuch enthält wichtige Herstellerangaben zur richtigen Öl- und Kraftstoffsorte, zur spezifischen Belastbarkeit Ihres Modells sowie Anleitungen zur Fehlerbehebung, die auf Ihr Gerät abgestimmt sind. Bewahren Sie es an einem sicheren und leicht zugänglichen Ort auf.
Den richtigen Standort wählen
Der Standort Ihres Generators kann über Leben und Tod entscheiden. Die größten Gefahren sind eine Kohlenmonoxidvergiftung und ein Brand.
Betreiben Sie einen Generator niemals in Innenräumen. Dazu zählen Garagen, Keller, Kriechkeller und Schuppen – auch bei geöffneten Türen und Fenstern. Abgase können durch Lüftungsöffnungen und Ritzen in Ihr Zuhause gelangen.
Halten Sie ausreichend Abstand zum Haus. Halten Sie mindestens 20 Fuß Abstand zu Ihrem Haus, Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen. Richten Sie den Auspuff so aus, dass die Abgase nicht zu möglichen Lufteinlässen gelangen.
Schützen Sie ihn vor Witterungseinflüssen. Betreiben Sie den Generator unter einer speziell dafür vorgesehenen, überdachungsartigen Konstruktion, die ihn vor Regen und Schnee schützt. Betreiben Sie ihn niemals bei Nässe und berühren Sie ihn nicht mit nassen Händen.
Zubehör bereitlegen
Es ist wichtig, alles Nötige griffbereit zu haben, bevor es zu einem Stromausfall kommt. Zur Ausstattung Ihres Generators sollten gehören:
- Der richtige Kraftstoff: Verwenden Sie die in Ihrem Handbuch angegebene Sorte und Oktanzahl (in der Regel bleifreies Benzin oder Propan). Für eine längere Lagerung sollten Sie einen Kraftstoffstabilisator verwenden.
- Robuste Verlängerungskabel: Verwenden Sie für den Außenbereich geeignete, geerdete Verlängerungskabel (mit 3-poligem Stecker) und einen ausreichend großen Kabelquerschnitt für die vorgesehene Last.
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Schutzbrille und Arbeitshandschuhe.
- Grundlegendes Werkzeug: Für die Erstmontage oder Wartung (Schraubenschlüssel, Schraubendreher).
- Feuerlöscher: Halten Sie einen Mehrzweck-Feuerlöscher der Klasse ABC griffbereit.
Schritt für Schritt: So starten Sie Ihren Generator
Wenn Sie alles bereitgelegt und den Generator an einem sicheren Ort aufgestellt haben, können Sie ihn starten. Befolgen Sie die folgenden Schritte der Reihe nach.
Schritt 1: Ölstand prüfen
Wie bei einem Automotor kann auch der Motor Ihres Generators festfressen und dauerhaft beschädigt werden, wenn er ohne Öl läuft. Bei den meisten neuen Generatoren ist dies der häufigste Grund, warum sie nicht starten.
- Stellen Sie den Generator auf eine ebene Fläche.
- Suchen Sie den Ölmessstab, ziehen Sie ihn heraus und wischen Sie ihn sauber.
- Stecken Sie den Ölmessstab ganz hinein, ohne ihn einzuschrauben, und ziehen Sie ihn anschließend wieder heraus, um den Ölstand zu prüfen.
- Der Ölstand sollte zwischen der unteren und der oberen Markierung liegen. Ist der Ölstand zu niedrig, füllen Sie die in Ihrem Handbuch empfohlene Ölsorte nach (z. B. 10W-30).
Schritt 2: Kraftstoff einfüllen
Wichtiger Sicherheitshinweis: Füllen Sie niemals Kraftstoff in einen laufenden Generator oder in ein noch heißes Gerät. Ein Funke oder ein heißes Motorteil kann Benzindämpfe entzünden und eine Explosion oder einen Brand verursachen. Lassen Sie den Motor vor dem Tanken vollständig abkühlen.
- Vergewissern Sie sich, dass der Generator ausgeschaltet und abgekühlt ist.
- Öffnen Sie den Tankdeckel langsam, damit eventuell vorhandener Druck entweichen kann.
- Füllen Sie mithilfe eines Trichters den richtigen Kraftstoff ein. Achten Sie darauf, den Tank nicht zu überfüllen, und lassen Sie etwas Platz für die Ausdehnung des Kraftstoffs.
- Schrauben Sie den Tankdeckel fest zu.
Schritt 3: Generator vorbereiten
- Alle Verbraucher trennen: Vergewissern Sie sich, dass alle Geräte vom Generator getrennt sind.
- Kraftstoffhahn öffnen: Suchen Sie den Kraftstoffhahn und stellen Sie ihn auf „On“.
- Choke einstellen: Wenn Ihr Generator einen Choke hat, stellen Sie den Hebel auf „Start“ oder „Closed“. Dadurch wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch für einen Kaltstart angereichert.
Schritt 4: Motor starten
- Bei Modellen mit Elektrostart: Stecken Sie den Schlüssel ein, drehen Sie ihn auf „On“ und drücken Sie dann die Starttaste.
- Bei Modellen mit Seilzugstarter: Fassen Sie den Griff am Seil fest. Ziehen Sie langsam, bis Sie einen Widerstand spüren, und ziehen Sie dann schnell und gleichmäßig, um den Motor zu starten. Reißen Sie nicht gewaltsam daran und lassen Sie das Seil nicht zurückschnellen.
Lassen Sie den Motor nach dem Start ein bis zwei Minuten warmlaufen. Wenn Sie den Choke verwendet haben, stellen Sie ihn beim Warmlaufen des Motors nach und nach auf „Run“ oder „Open“.
Geräte anschließen und Strombedarf verwalten
Ihr Generator läuft einwandfrei. Jetzt können Sie Ihre Geräte anschließen. Gehen Sie dabei jedoch vorsichtig vor, damit das Gerät nicht überlastet wird.
Leistung verstehen: Nicht überlasten!
Eine Überlastung kann Ihren Generator und die daran angeschlossenen Geräte beschädigen. Sie müssen zwei Arten von Leistung kennen:
- Dauerleistung (Nennleistung): Die kontinuierliche Leistung, die der Generator liefern kann.
- Anlaufleistung (Spitzenleistung): Die zusätzliche Leistung, die ein Gerät zum Starten seines Motors benötigt – oft das Zwei- bis Dreifache seiner Dauerleistung.
So berechnen Sie Ihre Last:
- Erstellen Sie eine Liste aller Geräte, die Sie mit Strom versorgen möchten.
- Ermitteln Sie für jedes Gerät die Dauer- und Anlaufleistung (siehe Typenschild oder Handbuch des Geräts).
- Addieren Sie die Dauerleistung aller Geräte, die Sie gleichzeitig verwenden möchten.
- Vergewissern Sie sich, dass diese Gesamtleistung unter der Dauerleistung Ihres Generators liegt.
- Berücksichtigen Sie das Gerät mit der höchsten Anlaufleistung. Die Spitzenleistung Ihres Generators muss für diesen anfänglichen Mehrbedarf ausreichen.
*Beispiel: Ein Kühlschrank benötigt möglicherweise 700 Watt Dauerleistung und 2.200 Watt Anlaufleistung. Ihr Generator muss genügend Spitzenleistung für die 2.200 Watt beim Einschalten bereitstellen können.*
Tipp: Starten Sie den Generator und schließen Sie zuerst das Gerät mit der höchsten Anlaufleistung an. Schließen Sie anschließend die übrigen Geräte nacheinander an.
Geräte anschließen
- Die richtige Methode (Direktanschluss): Verwenden Sie robuste, für den Außenbereich geeignete Verlängerungskabel, um Geräte direkt an die Steckdosen des Generators anzuschließen.
- Die bessere Methode (für Stromkreise im ganzen Haus): Lassen Sie von einer zugelassenen Elektrofachkraft einenUmschalter installieren. Nur so können fest verdrahtete Stromkreise Ihres Hauses sicher über den Generator mit Strom versorgt werden. Dadurch wird eine Rückspeisung verhindert, die äußerst gefährlich ist.
- Die FALSCHE Methode (Rückspeisung): NIEMALS den Generator an eine Wandsteckdose in Ihrem Haus anschließen. Bei dieser sogenannten „Rückspeisung“ fließt Strom rückwärts durch die Leitungen Ihres Hauses ins öffentliche Stromnetz. Dabei können Mitarbeiter des Energieversorgers, die versuchen, die Stromversorgung wiederherzustellen, einen tödlichen Stromschlag erleiden; außerdem besteht Brandgefahr.
Wichtige Sicherheitshinweise für Generatoren, die Sie unbedingt beachten sollten
Beim Umgang mit Generatoren kann man die Bedeutung der Sicherheit nicht genug betonen. Diese Hinweise sind es wert, wiederholt zu werden.
Kohlenmonoxid: der unsichtbare Killer
Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das vom Motor erzeugt wird und innerhalb weniger Minuten tödlich sein kann.
- Immer nur im Freien. Es ist wichtig, die 6-Meter-Regel immer wieder zu betonen.
- CO-Warnmelder installieren: Installieren Sie batteriebetriebene CO-Warnmelder oder Geräte mit Batterie-Notstromversorgung in Ihrem Zuhause, außerhalb der Schlafbereiche und auf jeder Etage. Testen Sie sie regelmäßig.
Elektrische Sicherheit
- Trocken halten: Verwenden Sie den Generator nicht bei Regen oder Nässe. Schützen Sie ihn vor Feuchtigkeit.
- Nur mit trockenen Händen bedienen: Vergewissern Sie sich immer, dass Ihre Hände trocken sind, bevor Sie den Generator oder Kabel berühren.
- FI-Schutz verwenden: Viele moderne Generatoren verfügen über FI-Steckdosen (Fehlerstrom-Schutzschalter), die zusätzlichen Schutz vor Stromschlägen bieten.
Brandschutz

- Vor dem Tanken abkühlen lassen: Wir können es nicht oft genug betonen: Lassen Sie den Generator mindestens 15–20 Minuten abkühlen, bevor Sie Kraftstoff nachfüllen.
- Kraftstoff richtig lagern: Lagern Sie Kraftstoff ausschließlich in zugelassenen Behältern und halten Sie diese vom Generator, von Wärmequellen und von Wohnbereichen fern.
Generator abschalten und lagern
Sobald die Stromversorgung wiederhergestellt ist oder Sie Ihre Arbeit beendet haben, ist ein ordnungsgemäßes Abschalten entscheidend für die Lebensdauer Ihres Generators.
Die richtige Abschaltreihenfolge
- Trennen Sie alle Geräte vom Generator.
- Schalten Sie den Motor mit dem Schlüssel oder Schalter aus.
- Drehen Sie den Kraftstoffhahn auf „Aus“. So verhindern Sie, dass der Vergaser verstopft, indem der Kraftstoff aus den Leitungen verbraucht wird.
Vorbereitung auf die Langzeitlagerung
Wenn Sie den Generator einen Monat oder länger nicht verwenden:
- Kraftstoff stabilisieren: Geben Sie Kraftstoffstabilisator in den Tank und lassen Sie den Generator 5–10 Minuten laufen, damit sich der behandelte Kraftstoff im System verteilt. So verhindern Sie, dass der Kraftstoff altert und Ablagerungen bildet, die den Vergaser verstopfen.
- Kraftstoff ablassen (optional, aber empfohlen): Bei sehr langer Lagerung können Sie den Generator laufen lassen, bis er ausgeht, damit der Vergaser vollständig leer ist.
- Öl wechseln: Am besten wechseln Sie das Öl, solange der Motor vom Betrieb noch warm ist.
- Richtig lagern: Reinigen Sie das Gehäuse und lagern Sie den Generator an einem sauberen, trockenen und gut belüfteten Ort.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen Generator in meiner Garage laufen lassen, wenn das Tor geöffnet ist?
Nein. Das ist äußerst gefährlich. Kohlenmonoxid kann sich schnell in tödlicher Konzentration ansammeln und in Ihr Zuhause eindringen.
Wie lange kann ein Generator ununterbrochen laufen?
Das hängt vom Modell und der Größe des Kraftstofftanks ab. Die meisten tragbaren Benzingeneratoren müssen alle 8–12 Stunden nachgetankt werden. Die genauen Laufzeiten finden Sie in der Bedienungsanleitung. Schalten Sie den Generator bei Bedarf zum Abkühlen und Tanken immer aus.
Welches Öl sollte ich für meinen Generator verwenden?
Halten Sie sich immer an die Bedienungsanleitung. Für die meisten Bedingungen ist hochwertiges 10W-30-Motoröl üblich. In sehr heißen oder kalten Klimazonen empfiehlt die Anleitung möglicherweise eine andere Viskosität.
Mein Generator springt nicht an. Was sollte ich zuerst überprüfen?
Verwenden Sie die Eselsbrücke „F.O.S.S.“: Fuel (ist frischer Kraftstoff eingefüllt und der Hahn geöffnet?), Oil (stimmt der Ölstand?), Spark Plug (ist die Zündkerze verrußt oder beschädigt?), Start Switch (steht der Startschalter auf „Ein“?).
Wie wähle ich einen Generator, der zu meinem Bedarf passt?
Berechnen Sie zunächst die Gesamtleistung der Geräte, die Sie mit Strom versorgen möchten. Tragbare Modelle eignen sich hervorragend für das Nötigste, während Hausstromgeneratoren das ganze Haus automatisch mit Strom versorgen.
Fazit
Einen Generator sicher zu beherrschen bedeutet mehr, als nur einzelne Schritte zu befolgen – es geht darum, eine Haltung der Sicherheit und Verantwortung zu entwickeln. Wenn Sie die entscheidenden Regeln zur Aufstellung beachten, die Leistung in Watt berücksichtigen und sicher tanken und anschließen, machen Sie aus einer potenziellen Gefahr eine verlässliche Hilfe. Nutzen Sie dieses Wissen als Grundlage, um jedem Stromausfall gelassen entgegenzutreten – damit Ihre Sicherheit und die Stromversorgung gewährleistet bleiben, wenn das Licht ausgeht.
